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Dem Hochwasser entwischt, dafür vom Orkan verblasen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Immerhin ist der Marburger 50er für Ende Februar und somit immer noch im Winter  angesetzt. Dass bereits Schneeschmelze nach überaus ergiebigem Schneefall war, hat jetzt nicht unbedingt mit dem Winter zu tun, die Menge Wasser, die deswegen die Lahn und somit die Laufstrecke überflutete, aber schon. Für die gemeinen Ultras (und ebenso für die parallel laufenden 10-Kilometer-, Halbmarathon- und Marathonläufer/innen) hatte das Wasser zur Folge, dass die Streckenführung nicht an der Lahn entlang, sondern zu großen Teilen über freies Feld erfolgte und das wiederum sollte dem eigentlich zu früh einsetzenden Frühjahrssturm/Orkan Gelegenheit bieten, die Läufer und Läuferinnen ordentlich zu verblasen.

 

 

Aber der Reihe nach:

 

Sonntag morgen 6.30 Uhr fuhren wir los, damit Conny um 10.00 Uhr in Marburg beim dortigen Lahntal-Ultra über 50 km starten kann. So früh, weil die Strecke aufgrund von Hochwasser verlegt werden musste und daher von der Halle an der Frankfurter Straße ein rd. 1,5 km langer Fußmarsch zurückgelegt werden musste - und weil wir nicht wußten, wie das Wetter unterwegs sein würde, und ob wir ohne Probleme nach Marburg gelangen würden. Wir waren um 9.00 an der Halle und hatten somit alle Zeit der Welt, Connys Startunterlagen abzuholen und dabei ein wenig mit einigen der vielen Laufbekanntschaften zu ratschen. Aus allen Teilen der Republik waren sie wieder angereist und einige hatten wir länger nicht getroffen - so verging die Zeit bis zum Start wie im Fluge.

 

Die Laufstrecke war als Pendelstrecke mit einigen Ecken größtenteils über freies Feld angelegt. Eine Notlösung, aber immerhin eine Lösung. Es ging 2.5 km hin und ebenso weit wieder zurück. Halbmarathonis und Marathonis hatten unterwegs eigene Wendepunkte, so dass die Veranstaltung trotz des Hochwassers für alle ausgeschriebenen Strecken stattfinden konnte. Was keiner wußte, war, dass für den Sonntag ein Orkantief mitten in die letzten Stunden der Ultra- und Marathonläufer platzen würde. Zwar war ein Sturm mit böigem Wind angesagt, aber wann genau der nun kommen sollte, oder ob überhaupt innerhalb der Veranstaltung...?

 

Der Orkan kam nach ca. 3 Stunden Laufzeit und verlangte Läufern und Organisatoren alles ab. Im Zielbereich verwehte es die Zeitnahme samt riesiger Uhr und den Zielbogen. Zelte konnten keinen Wetterschutz mehr bieten und brauchten selbst Schutz, damit der Wind sie nicht einfach auseinanderreißt. Ein Helfer der Organisation fing sich einen Schmiss im Gesicht knapp unter dem Auge ein, als die riesigen Heringe, mit denen der Zielbogen verankert war, einfach mitsamt dem ganzen Teil durch die Gegend gewirbelt wurde. Die Läufer kamen gegen den Wind kaum voran und mussten mit dem Wind alle Kraft aufbringen, nicht zu schnell zu werden und zu stürzen.

 

Die direkte Folge war, dass von den gemeldeten Ultras viele vorzeitig ausstiegen. Einige beendeten wenigstens die Marathondistanz, ob diese dann gewertet wird, weiß ich nicht. Conny kämpfte sich tapfer durch, musste allerdings ihr Ziel unter 5 Stunden zu finishen aufgeben und kam nach 5:15:15 Std. ins Ziel. Das langte immerhin zum Gewinn der Alterslassse. Angesichts der Bedingungen gar kein schlechtes Ergebnis!

 

Zwar bin ich nicht die gesamte Pendelstrecke abgewandert (dazu war mit das Wetter zu uselig), aber ein paar Fotos habe ich trotzdem mitgebracht. 

 

Siegfried Bullig, 28.02.2010

 

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 01. März 2010 um 00:34 Uhr