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Streckenrekord!

Deutscher Rekord!

WELTREKORD!!!

Seit dem 01. August 2010 pünktlich um 12.00 Uhr ist Conny im Besitz

des Streckenrekords für Frauen beim 48-Stunden-Lauf in Kladno/CZ,

des Deutschen Rekordes über alle Kategorien und Altersklassen im 48-Stunden-Lauf und

des Weltrekordes in der Altersklasse W50 im 48-Stunden-Strassenlauf!

 

Aber immer hübsch der Reihe nach ...

 

Den Weltrekord über 48 Stunden auf der Strasse wollte Conny sich bekanntermaßen im Frühjahr bereits in Athen, quasi im Vorbeilaufen, holen, aber eine Entzündung in der Hüfte verhinderte das. Wäre alles normal verlaufen, wäre sie trotzdem in Kladno nicht am Start gewesen, sondern vor einer Woche in Köln auf der Bahn gestartet. Da es aber nicht "normal" gelaufen ist, haben wir kurzerhand umgeplant und für Kladno gemeldet. Es hat sich gelohnt

 

Bei unserer Ankunft wurden wir von Jari, dem Kopf der tschechischen Sektion des Sri Chinmoy Marathon Teams freudestrahlend begrüßt. Wir kennen ihn von verschiedenen Sri Chinmoy Veranstaltungen in Prag und in Deutschland. Er und seine Jungs haben 1999 in Köln bei meinem einzigen 24-Stunden-Lauf in den letzten Stunden für Stimmung an der Bahn gesorgt, Conny hatte damals gewonnen - vielleicht ein gutes Omen?

 

Jari, Chef des SCMT in Tschechien Geschafft! Deutscher Rekord!

 

 

Hatte es unterwegs und in der Nacht auf Freitag noch heftig geregnet, präsentierte sich der Lauf mit optimalem Laufwetter. Die Temperaturen lagen tagsüber um die 20 - 25 °C und des Nachts wurde es nicht allzu kalt. Lediglich der abschließende Sonntag meinte es ein bisschen zu gut, da wurde es um die Mittagszeit schon deutlich hoch in den Zwanzigern. Da die fast durchgehend asphaltierte Strecke größtenteils im Schatten lag, kein Problem.

 

Lediglich 3 Frauen und 15 Männer standen am Freitag am Start, um sich der 48 Stunden andauernden Prüfung zu stellen. Für Conny bedeutete das, dass sie größtenteils alleine unterwegs sein würde. Ablenkung also wenig gegeben - eine Kopfprüfung! Aus Deutschland waren außer Conny: Maria Funk, Carsten Mattejiet, Gerhard Albert, Leo Stierhof und der in Selb wohnende Djuro Dobrjevic am Start. Johan Hausl aus Österreich und die beiden Schweizer Simon Schmid und Stefan Wäschle rundeten die deutschsprachige Besetzung ab. 

 

Schon früh zeichnete sich ab, dass Conny in der Frauenkonkurrenz keinen Widerstand zu erwarten hatte. Bei den Männern sah es lange nach einem Vierkampf zwischen Petr Solnicka, Carsten Mattejiet und den beiden Schweizern aus. Nach 10 Stunden setzte sich Petr Solnicka aber immer mehr ab, so dass am Ende nur er als ernsthafter Konkurent für Conny in Frage kam. Nehmen wir es vorweg, Petr Solnicka brachte es auf 348,520 km und behielt die Nase vorne.

 

Das Rennen um den Deutschen Rekord entwickelte sich für Conny zu einer kräftezehrenden Angelegenheit. Aufgrund des eher dünnen Starterfeldes war niemand so wirklich in ihrem Rythmus unterwegs, so dass sie bis auf ein kurzes Intermezzo mit Carsten, den sie aber als zu schnell für sie, wegschicken musste, alleine laufen musste. Sehr diszipliniert und konzentriert legte sie Runde um Runde zurück und ließ sich von mir über die Entwicklung in Richtung Rekord auf dem Laufenden halten.

 

In der ersten Nacht gönnte sie sich eine kurze Pause zum "Powernappen". Ganze 10 Minuten hat sie sitzend die Augen zugemacht, um sich danach wieder dem Ziel, in den ersten 24 Stunden möglichst an oder über 200 km zu laufen, zu widmen. Nach 24 Stunden, war sie in etwa so weit, wie bei den Deutschen Meisterschaften in Rockenhausen: 197,??? km standen für sie zu Buche, und das Ziel = 344 km war voll im Fokus. Als ich mich um Mitternacht des zweiten Tages zum Schlafen zurückzog (wir mussten am Sonntag noch ein Stück fahren, damit wir am Montag rechtzeitig zu Hause ankommen, daher war Schlaf für mich nötig) hatte Conny zum zweiten Mal eine kurze Sitzschlafpause eingelegt, aber ihr Magen wehrte sich heftig gegen den Schlafentzug gepaart mit extremer körperlichen Belastung. So musste sie dann, während ich schlief, noch einmal eine halbe Stunde investieren, um wieder "geradeaus" laufen zu können. Um nicht zu verschlafen, hat sie das Angebot der fürsorglichen Rennärztin angenommen, im geheizten Medical-Zelt zu schlafen. 

 

Am Morgen, rund 5 Stunden vor dem Ende des 48-Stunden-Lauf, zeichnete sich dann immer deutlicher ab, dass Conny ihr Ziel, den mehr als 10 Jahre alten Deutschen Rekord von Helga Backhaus zu brechen, erreichen kann. Während der Nacht hatte sie bereits den Alterklassenweltrekord in der W50 für den 48-Stunden-Strassenlauf "geknackt". Nach 47 Stunden und rund 30 Minuten war es dann soweit - der Deutsche Rekord gehörte Conny. Noch rund drei Kilometer konnte sie in der letzten halben Stunde "drauflegen", dann war es geschafft:

 

Sieg bei den Damen

Streckenrekord Damen

Alterklassenweltrekord

Deutscher Gesamt-Rekord  

 

Eine würdige Siegerehrung rundete ein unvergessliches Laufwochenende ab. Bei den Samstag Mittag gestarteten tschechischen 24-Stunden-Meisterschaften siegte bei den Damen Connys Lauffreundin Michaela Dimitriadu überlegen mit neuem tschechischen Rekord, so dass die beiden sich herzlich miteinander freuen konnten. In diesem Rennen war auch Michael Larsen aus Dänemark vertreten, der nur eine Woche vorher in Köln am Start war und hier noch einmal 100 Kilometer zusammengetragen hat.

 

 

Michaela und Conny, die Siegerinnen Der Lohn für eine supertolle Leistung

 

Alle Ergebnisse, auch die der weiteren Starter aus Deutschland, finden sich auf der Veranstalterseite. Auf unserer Fotoseite finden sich, wie gewohnt, die Fotos des Wochenendes. Unser besonderer Dank gilt dem tschechischen Sri Chinmoy Marathon Team für eine tolle Veranstaltung auf einer absolut rekordfähigen Strecke in einer wunderschönen Umgebung (Sportpark). Wir haben uns bei Euch rundum wohl gefühlt!

 

Siegfried Bullig, 02. August 2010

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 04. August 2010 um 06:40 Uhr